Newsletter November 2022 - Menschen

Das Netzwerk Grenchen baut Brücken zwischen dem Unternehmen und der Generation Z, was ein neues Terrain ist. Dass der Arbeitsmarkt auf die junge Generation angewiesen ist, zeigen die statistischen Zahlen. Wenn wir uns das Bevölkerungswachstum anschauen, dann sehen wir, dass in den nächsten zehn Jahren 30 Prozent mehr Menschen in Rente gehen als neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Nicht nur deshalb ist die Generation Z für uns sehr attraktiv. Diese Generation ist oft spezifisch ausgebildet, digital fitter und mit der voranschreitenden Digitalisierung für sehr viele Unternehmen begehrt.

Tobias Glatzfelder, 24 Jahre, ist ein Vertreter der Gen Z und arbeitet im Netzwerk Grenchen als Teamleiter Administration und Empfang. Er führt ein Team von drei Personen und begleitet die temporären Mitarbeitenden am Empfang.

Was hat dich dazu bewogen, dich im Netzwerk Grenchen zu bewerben?

Nach rund fünf Jahren als Sachbearbeiter war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, Führungsposition, einer Stelle mit mehr Verantwortung. Danach habe ich eine Stelle bei einer Gemeindeverwaltung angenommen, musste aber schnell feststellen, dass dies nicht meine Welt ist und ein Fehlentscheid war. Ich kündigte die Anstellung noch in der Probezeit ohne neue Stelle.

Mit Rückblick auf meine bisherigen Tätigkeiten (Sozialamt, VEBO und Betreibungsamt) wusste ich, dass ich zurück in den sozialen Bereich möchte.

Nach diversen Gesprächen und einem Probetag im Netzwerk Grenchen war ich überzeugt, dass diese Stelle zu mir passt. Nach mehr als zwei Monaten kann ich sagen, dass dies die richtige Entscheidung war. Ich habe durch das Falsche zum Richtigen gefunden.

Du gehörst der Generation Z an. Wie siehst du dich als Arbeitnehmer, was ist anders gegenüber den restlichen Generationen (quasi den Älteren)? Was soll der Arbeitgeber in deinen Augen bieten, damit es für dich langfristig betrachtet «stimmt»?

Allgemein würde ich sagen, dass die Jüngeren im Bereich Technik einen Vorteil haben, da sie schon damit aufwachsen. Mit der heutigen Digitalisierung ist dies sicher ein Pluspunkt. Zudem würde ich sagen, dass die jüngere Generation offener an neue Sachen herangeht. Ich habe bislang immer in grösseren Teams gearbeitet und stellte fest, dass die Älteren an allem, was neu ist, immer mit einer gewissen Skepsis herangehen und meistens keine Lust auf Veränderungen haben. Diese Eigenschaften würde ich aber nicht pauschalisieren.

Ein Arbeitgeber ist für mich attraktiv, wenn er meine persönliche Entwicklung fördert. Gutes Arbeitsklima/gute Kommunikation, faire Vergütung und Vereinbarkeit Privatleben und Beruf sind auch sehr wichtig.

 

Warum sollten Unternehmen mehr junge Menschen (die sogenannten Gen Z) für Leitungspositionen einstellen? Was ist der Mehrwert?

Sicher gibt es Stellen, bei denen es eine gewisse Erfahrung braucht und die jüngere Generation keine Chance hat. Die klassische Karriereleiter, dass junge Menschen sich hintenanstellen müssen, ist aber veraltet. Jede Generation hat andere Ansichten. Eine gute Mischung aus Alt und Jung ist ideal. Gute Führung ist keine Frage des Alters.

Newsletter August 2022 - Menschen
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Interview mit Jemima Aebersold, Mitarbeiterin Empfang/Administration

 

«Das Netzwerk Grenchen sehe ich als ein Karrieresprungbrett»

 

«Ende Januar kam ich durch das RAV+ Solothurn ins Netzwerk Grenchen in die Abteilung Büro-Dienstleistungen. In meiner Zeit beim Netzwerk Grenchen konnte ich verschiedene Programme, Systeme und Plattformen, die ich bisher nicht angewendet habe, kennenlernen und damit arbeiten, wie das Abacus, Excel, Microsoft Teams. Da ich aus dem Detailhandel komme und nicht aus dem kaufmännischen Bereich, waren mir noch viele Programme fremd. Sehr interessant waren für mich auch die neuen, «modernen» Arbeitswelten, wie die Möglichkeit des ortunabhängigen Arbeitens, welches durch digitale Medien wie Microsoft Teams möglich sind. Ich konnte mich ebenfalls in der Buchhaltung einbringen und aktiv mitarbeiten und selbständig Monatsverrechnungen von den temporären Mitarbeitenden durchführen. Mit dem Mitwirken bei der Organisation und Durchführung der 20-jährigen Jubiläumsfeier konnte ich meine ersten Erfahrungen im Event-Management sammeln. Mit dem Einsatz am Empfang und im Büro-Dienstleistungen konnte ich es mir gut vorstellen, in diesen Bereich zu arbeiten. Im Juli wurde mir dann auch eine befristete Anstellung beim Netzwerk Grenchen als Mitarbeiterin Empfang/Administration angeboten, welche ich gerne annahm. Ich habe mich absolut im Kaufmännischen wiedergefunden und bin froh drum, da der Verkauf krankheitsbedingt (unfallbedingte Rückenschmerzen) für mich nicht mehr in Frage kam. Ich sehe den Einsatz im Netzwerk Grenchen als ein Sprungbrett in die Arbeitswelt und rate allen Teilnehmenden die Möglichkeiten wahrzunehmen, die sich hier erbieten und vom Gezeigten, Gelernten und von den Methoden und Coachings zu profitieren».

Newsletter Juni 2022 - Menschen

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Florence Epiney, Praktikantin Arbeitsintegration stellt sich vor…

Florence Epiney ist Praktikantin beim Netzwerk Grenchen in der Arbeitsintegration und absolviert ihr Masterstudium an der Universität Bern mit Schwerpunkt Gesundheits-, Arbeits- und Organisationspsychologie. Florence Epiney bringt neueste psychologische wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich von Organisationen und Gesundheit mit. Im Interview beschreibt sie ihren einjährigen Einsatz beim Netzwerk Grenchen und ihr Projekt "fit for the future".

Wie bist du auf die Praktikumsstelle beim Netzwerk Grenchen in der Arbeitsintegration gekommen?

Ich habe mich für ein einjähriges Praktikum in der Arbeitsintegration interessiert und dieses auf dem Internet ausgeschrieben gesehen.

 

Was erwartet künftige Praktikant*innen im Netzwerk Grenchen?

Eine super Herausforderung, ein super Team, einen unterstützenden und manchmal auch fordernden Praktikumsleiter, neue Begegnungen und einen lehrreichen und abwechslungsreichen Arbeitsalltag.

 

Wie würdest du das vergangene Jahr beim Netzwerk Grenchen beschreiben?

Sehr lehrreich, spannend, interessante neue Begegnungen, dynamisch! Es war für mich ein sehr inhaltsreiches Jahr, bei dem ich den Berufsbereich der Arbeitsintegration kennenlernen durfte. Dabei konnte ich viele Erfahrungen in der Gesprächsführung sammeln und den Umgang mit herausfordernden Situationen lernen. Ausserdem konnte ich meine eigenen Interessen in einem Projekt in der zweiten Praktikumshälfte einbringen und dabei das Projektmanagement in all seinen Facetten kennenlernen.

 

Was ist dein Projekt?

Im Rahmen meines Praktikums führe ich das Projekt Betriebliches Gesundheitsmanagement – Gesundheitsförderung durch. Das Ziel ist es, einerseits die Festangestellten des Netzwerk Grenchen für unterschiedliche gesundheitsbezogene Themen zu sensibilisieren und andererseits ein Konzept zu erstellen, das auf das Netzwerk zugeschnitten ist. Denn wissenschaftliche Befunde zeigen, dass ein Betrieb deutlich erfolgreicher ist, wenn es den Mitarbeitenden gut geht und diese leistungsfähig sind – also ein betriebliches Gesundheitsmanagement vorhanden ist und sich der Betrieb für die Gesundheit seiner Mitarbeitenden einsetzt. Dabei werden Quick Wins, eine Mitarbeitendenbefragung für das Konzept und die Teilnahme am Bike-to-work durchgeführt.

 

Was beinhaltet das Projekt konkret?

Seit Ende Februar finden Quick Wins statt, welche kurze gesundheitsbezogene Aktionen sind, die Mitarbeitenden für gesundheitsbezogene Themen sensibilisieren und in einem ersten Schritt kurzfristige Effekte erzielen sollen. Weiter wurde eine Mitarbeitendenbefragung der Gesundheitsförderung Schweiz durchgeführt, um zu erfassen, wie Mitarbeitende die Gesundheitsförderung im Betrieb wahrnehmen. Die Ergebnisse werden anschliessend in das Konzept miteinfliessen. Auch die Teilnahme am nationalen Projekt «bike-to-work» soll die Mitarbeitende motivieren sich zu bewegen und somit etwas für ihre physische (und damit auch psychische) Gesundheit zu machen.

 

Wann findet das Projekt statt?

Der erste Quick Win fand Ende Februar statt, der zweite Ende März und der dritte Ende April, der vierte Ende Mai und der fünfte wird Ende Juni stattfinden. Die Mitarbeitenden wissen nicht, wann welcher Quick Win stattfindet, womit die Spannung hoch bleibt. Beim «bike-to-work» nimmt das Netzwerk als Betrieb im Mai und Juni teil. Ich freue mich schon darauf zu sehen, wie sich die Teams gegenseitig herausfordern.

 

Weshalb ist es wichtig, Quick Wins, bspw. ein Betriebliches Gesundheitsmanagement durchzuführen?

In der heutigen Zeit, in welcher sich die Arbeitswelt extrem schnell verändert, mit Digitalisierung, dynamischeren Führungsmodellen, etc., ist es besonders wichtig, dass die Gesundheit von Mitarbeitenden in einem Betrieb nicht zu kurz kommt. Die Quick Wins können dabei den ersten Schritt darstellen und sollen die Mitarbeitende für ein betriebliches Gesundheitsmanagement sensibilisieren – frühere solche Aktionen haben gezeigt, dass Mitarbeitende anschliessend offener für Massnahmen im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements waren (Ruppi-Lang, 2018). Auch vor dem Hintergrund, dass die letzte Zeit mit der Corona Pandemie in verschiedenen gesundheitlichen Aspekten belastend war und die Zukunft sicherlich noch verschiedenste Hindernisse mit sich bringen wird, ist es umso wichtiger die Mitarbeitenden und somit den gesamten Betrieb optimal auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Zudem liegt mir das Thema, auch durch meinen psychologischen Hintergrund, am Herzen.

 

Was gefällt dir an der Durchführung?

Ich schätze es, etwas zu machen, das mir wichtig ist und das Wissen von meinem Studium sinnvoll einzusetzen, finde ich eine grosse Bereicherung. Dabei Personen anzuregen, über ihr eigenes Gesundheitsverhalten nachzudenken, gefällt mir. Es ist auch schön zu merken, dass die Beteiligung verschiedener Akteure (Büro-DL, Cafeteria, Marketing-Abteilung, etc.) am Projekt dieses schlussendlich ermöglichen. Auch können so die Festangestellten als Vorbild für unsere Klienten agieren, indem sie aufzeigen können, wie man «einfach» kleine Dinge für die Gesundheit umsetzen kann. Denn häufig haben unsere Klienten in verschiedenen Bereichen weniger Ressourcen. Denn das Projekt ist aufgrund der vorhandenen Kapazitäten auf die Festangestellten ausgerichtet, wobei die temporären Mitarbeitenden soweit wie möglich miteinbezogen werden sollen.

Newsletter März 2022 

Dass das Job-Coaching – corona sei Dank – mittlerweile auch per Teams geht, zeigt uns das Beispiel mit unserem ehemaligen temporären Mitarbeitenden der Qualifizierung und jetzigem Coachee, Herrn Gustavo Bühler. 

Hier geht's zum ganzen Interview...

Newsletter Dezember 2021 - Menschen

Elmar Perroulaz, Leiter Junge Erwachsene, stellt sich vor…

Das Team Junge Erwachsene hat seit Mai 2021 einen neuen Team- und Programmleiter, Elmar Perroulaz.

Hier geht's zum ganzen Interview...

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Newsletter Mai 2021 - Menschen

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«Eigene Ziele haben.

Von nichts kommt nichts!» 

“3 Jahre lang war ich zu Hause als Mutter und Hausfrau und nicht mehr in der Arbeits-welt tätig. Durch den Einsatz im Netzwerk Grenchen, den ich im August 2020 begonnen habe, konnte ich wieder einen strukturierten Arbeitsalltag erleben. Eine grosse Hilfe waren meine Coachs, die mich in den diversen Programmeinsätzen begleiteten. Sie halfen mir bei den Bewerbungen; das hätte ich alleine nicht hinbekommen.

 

In diversen Coaching-Gesprächen und Situationsanalysen wurden neue Ziele erarbeitet. Durch die Unterstützung und die Förderung konnte ich die gesetzten Ziele erreichen. Als ich an einem Punkt war, wo ich aufgeben wollte, wurde ich von meinem Coach aufge-baut und unterstützt, damit ich meine Ansichten ändern und wieder positiv nach vorne schauen konnte.

 

Ich finde es gut, dass die Arbeit im Netzwerk Grenchen sehr nah am ersten Arbeitsmarkt ist, so kann man sehen, was von einem erwartet wird.

 

Das Netzwerk Grenchen bietet viele Möglichkeiten, in diverse Berufe Einblick zu haben. So kann man sich besser entscheiden, in welche Richtung man beruflich gehen will. Ich konnte in der Abteilung Büro-Dienstleistungen schnuppern. So konnte ich mich für den Beruf der Kauffrau begeistern. Als ich einen sehr guten Schnupperbericht bekam und den beiden Bewerbungen beilegen konnte, war meine Motivation in diesem Beruf eine Lehrstelle zu finden, sehr hoch.

 

Auch wurde mir während des Einsatzes bewusst, wie ich mich im Arbeitsalltag verhalte. Schon immer war ich eine offene Person, aber hier wurde ich noch ein bisschen offener gegenüber den Vorgesetzten und Arbeitskolleg*innen. Ich schaue nun die Arbeitswelt mit anderen Augen an als noch vor der Zeit als ich arbeitslos war. Es ist wichtig, einen Beruf zu haben und Geld zu verdienen.

 

Seit dem Programm 18-25 bin ich die Lehrstellensuche intensiver angegangen. Da ich Mutter bin, bekam ich viele Absagen, weil die Arbeitszeiten nicht mit den Zeiten der Kita gepasst hatten. 

 

Dank meinem Coach wurde ich auf die Lehrstelle beim ASO aufmerksam. Diese bieten eine Lehrstelle als Kauffrau EFZ für alleinerziehende Mütter an. Diese Lehrstelle ist ein Pilotprojekt. Ich bin so glücklich, dass das Amt mir diese Chance gibt.

 

Wo ich mich in fünf Jahren sehe? Eine Stelle bei der Polizei als Sachbearbeiterin.

 

Für alle Stellensuchende rate ich Eigeninitiative zu zeigen und sich nicht denken, der Coach übernimmt ja die Aufgaben. Nein, selber handeln! Eigene Ziele haben und an diesen festhalten. Von nichts kommt nichts.”

Newsletter März 2021 - Menschen

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«Meine erste unbefristete Stelle seit der Einreise in die Schweiz,

dank der Unterstützung meiner Fachperson Arbeitsintegration.» 

Herr Monem Babaker arbeitete vom 18.05.2020 bis 20.11.2020 und vom 15.02.2021 bis 26.02.2021 im Programm Qualifizierung in der Abteilung Gebäudeunterhalt. Für den Monat Dezember 2020 erhielt er eine befristete Stelle im Post Paketzentrum Härkingen. Diese Chance nutzte er für eine Festanstellung.

 

“Die Zeit im Netzwerk Grenchen hat mich gelernt, dass ich mich bei der Arbeit an Regeln halten muss, wie z.B. pünktlich zur Arbeit erscheinen, sich bei Krankheit abmelden und das Wichtigste, nach jedem Arbeitseinsatz eine Arbeitsbestätigung verlangen.

 

Seit der Einreise in die Schweiz hatte ich nur Praktikumsstellen, wie auch im Netzwerk Grenchen, nur mit dem Unterschied, dass ich im Netzwerk Grenchen bei der Stellen-suche aktiv unterstützt wurde. Meine Fachperson Arbeitsintegration hat mir meine Bewerbungsunterlagen so zusammengestellt,  dass ich diese direkt bei den Temporär-büros abgeben konnte. Ich musste ihr geeignete Stelleninserate abgeben, und sie tätigte für mich die Anrufe bei potenziellen Arbeitgebern, da meine Deutschkenntnisse nicht ausreichend waren.

 

Die Stelle im Paketzentrum Härkingen bekam ich dank meiner Fachperson Arbeits-integration. Durch einen Kollegen erfuhr ich, dass die Post im Paketzentrum Härkingen Mitarbeiter sucht. Er gab mir die Telefonnummer vom Temporärbüro, die ich meiner Fachperson Arbeitsintegration überreichte. Sie rief für mich an und organisierte mir eine befristete Stelle für den Dezember 2020, mit Aussicht auf eine Festanstellung. Der Einsatz war zu Ende, ohne dass mir eine Anstellung angeboten wurde. Daher wurde ich wieder im Netzwerk Grenchen angemeldet.

 

Nach dem Eintritt im Netzwerk Grenchen sollte ich die Arbeitsbestätigung vom Arbeits-einsatz abgeben. Von so einer Arbeitsbestätigung hatte ich noch nie gehört. Deshalb verlangte ich auch keine. Meine Fachperson Arbeitsintegration fragte beim Temporär-büro nach. Es wurde ihr mitgeteilt, dass ich die Vorgesetzten beim Arbeitseinsatz von mir überzeugt hatte. Auf Grund dieses Anrufes wurde ich für einen Einsatz angefragt. Ab dem 18.03.2021 trete ich meine erste Festanstellung in der Schweiz an.

 

Meine nächsten Ziele sind, mein Deutsch weiter zu verbessern und die Autoprüfung abzulegen, so dass ich den Schichtbetrieb eigenständig wahrnehmen kann und ich flexibel bin für künftige Einsätze.”

Newsletter Januar 2021 - Menschen

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“Im Netzwerk Grenchen wurde ich gesehen und gefördert.”

Frau Mirkovic arbeitete vom 22.01. bis 01.06.2018 im Programm Qualifizierung in der Abteilung Büro-Dienstleistungen. Nach einiger Zeit erhielt sie im Netzwerk Grenchen eine Teilzeit-Anstellung und war für den Ferienpass Grenchen verantwortlich.

“In der Zeit im Netzwerk Grenchen konnte ich meine Kompetenzen vertiefen und er-weitern. Persönlich habe ich durch diesen Einsatz eine innerliche Standhaftigkeit er-halten, da ich gesehen und gefördert wurde.

Als ich im Netzwerk Grenchen begonnen hatte, wurde mir und einem anderen tempo-rären Mitarbeiter die Organisation des Ferienpass Grenchen übertragen. Nach einer Weile hatte ich die alleinige Verantwortung.  

Das Projekt brachte mich beruflich sowie auch privat weiter. Dank dem Ferienpass Grenchen lernte ich Grenchen noch besser kennen und kam mit Vereinen und Organi-sationen in Kontakt, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte. Auch interessante Personen durfte ich in dieser Zeit kennenlernen und mit ihnen zusammenarbeiten. Bei einigen Bekanntschaften entstand sogar eine Freundschaft.

Neben der Arbeit im Netzwerk Grenchen absolvierte ich die Nachholbildung zur Kauf-frau. Das Gelernte konnte ich gut bei meiner Arbeit anwenden. Dank dem Netzwerk Grenchen gelangte ich auch zu meiner heutigen Stelle als Sachbearbeiterin für Berufs-beistandschaften beim Kindes- und Erwachsenenschutz KESB.  

Bei der Stellensuche wurde ich von meiner Fachperson Arbeitsintegration unterstützt. Auf der Suche nach einer Stelle erhielt ich einige Absagen. Da es nicht zu meinem Naturell gehört aufzugeben, suchte ich weiter, denn ich wusste, dass MEINE Stelle kommen wird.  

Meine Empfehlung an stellensuchende Personen ist: Nicht aufzugeben und offen über die Stellensuche zu reden. Sich nicht dafür zu genieren, dass man stellenlos ist. Nur so kann sich eine Gelegenheit ergeben, zu der es sonst nicht gekommen wäre.  

Ich bekam ein paar Stellen über Mund-zu-Mund-Propaganda. So wie meine jetzige Stelle, auf die mich der Geschäftsführer des Netzwerk Grenchen aufmerksam gemacht hatte."

Newsletter November 2020 - Menschen

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Herr Eyobel Tesfalidet, aus Eritrea, Jg. 1999, nahm 2016/2017 im Programm Netzwerk 18-25 teil. Von August 2017 bis Juli 2018 absolvierte er das Berufsvorbereitungsjahr und anschliessend die EBA-Lehre im Detailhandel.

“Ich war damals neu in der Schweiz und die hiesige Kultur war mir fremd. Durch den Einsatz im Netzwerk Grenchen lernte ich die schweizerische Kultur näher kennen, was mir in der Lehre zum Detailhandelsangestellten EBA zu Gute kam.

Ich lernte nicht nur wie gearbeitet wird, sondern auch den Umgang mit den Mitmenschen. Hier in der Schweiz schauen wir dem Vorgesetzten in die Augen, in meinem Heimatland muss auf den Boden geschaut werden, wenn mit dem Chef gesprochen wird, sonst ist es nicht ehrwürdig dem anderen gegenüber.

In der Netzwerk Schule durfte ich die Fächer Mathematik, Deutsch und Allgemein-bildung besuchen, was für mich zu Beginn nicht so interessant war. Ich verstand den Sinn nicht von dieser Schule. Ich wollte einfach eine Stelle finden und arbeiten, so wie ich es aus Eritrea kenne. Dort gehen wir Jugendliche ins Militär und danach arbeiten und das ohne Ausbildung.

Das Netzwerk Grenchen lehrte mich, dass eine Ausbildung wichtig ist, um Arbeit zu finden und so fand ich mit Unterstützung von Fachpersonen Arbeitsintegration eine Lehre als Detailhandelshandelangestellter EBA in der Migros in Olten, die ich dieses Jahr mit einer Note von 4.5 abschloss. Während der Lehre unterstützte mich mein Job-Coach aus dem Netzwerk. Er war es auch, der mir geholfen hat, nach der Ausbildung mein Bewerbungsdossier zu aktualisieren. Mit dem aktualisierten Dossier bewarb ich mich neu bei der Migros und bekam in der Filiale Zofingen eine Vollzeitstelle. In den nächsten fünf Jahren wird mein Ziel sein, das EFZ zu machen und einen Rayon zu leiten.

Meine Empfehlung an Leute, die wie ich neu in der Schweiz sind: Nehmt die Unterstützung an! Lasst euch die Kultur in diesem Land zeigen, so findet ihr einen guten Ausbildungsplatz.”

Newsletter Oktober 2020 - Menschen

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Alessandro Studer wurde im Programm 18-25 unterstützt und begleitet. Seit 1. August 2020 arbeitet er als Lernender Kaufmann E-Profil in der Branche Dienstleistung und Administration im Netzwerk Grenchen. 

«Im Netzwerk Grenchen profitierte ich am meisten davon, dass ich aktuelle und gut bewährte Bewerbungsstrategien erlernen konnte. Zusätzlich gewann ich bei den ver-schiedenen Bürotätigkeiten und in der Arbeitsstrukturierung an neuem Wissen. Die mir zugeteilten Aufgaben wurden immer anspruchsvoller. Ich durfte sie selbständig aus-führen. Das ganze Team hat mich dabei immer unterstützt. 

Es gibt viele Ressourcen, die ich erweitern konnte. Die Nennenswertesten sind: mein Basiswissen im kaufmännischen Bereich und meine Schulkenntnisse. Seit dem Start meines Einsatzes im Netzwerk Grenchen habe ich mehr Selbstvertrauen, einen stär-keren Charakter und mehr Motivation im beruflichen sowie im privaten Leben.

Die grösste Herausforderung war eine Lehrstelle zu finden.

Im Netzwerk Grenchen hatte ich während der Arbeitszeit die Möglichkeit, mich zu bewerben. Dabei wurde ich von den Fachpersonen Arbeitsintegration und einer IV-Eingliederungsfachperson unterstützt. Die Lehrstellensuche war sehr hart. Ich erhielt viele Absagen. Doch es gelang mir, mich immer wieder zu motivieren und nicht aufzu-geben. Ich habe mir stets gesagt, dass es klappt und ich eine Stelle finden werde. Dann wurde eine KV-Lehrstelle im Netzwerk Grenchen ab August 2020 ausgeschrieben. Nach Rücksprache mit meiner Fachperson Arbeitsintegration und den Fachleitenden in der Abteilung Büro Dienstleistungen fasste ich den Mut, mich zu bewerben. Die Chancen für mich standen gut: Das Team erlebte mich bereits bei der Arbeit und das Netzwerk Grenchen suchte keinen Schulabgänger. Nach dem Auswahlverfahren erhielt ich die Zusage und war überglücklich.

Zukunftspläne? Wo ich mich in 5 Jahren sehe? Das weiss ich noch nicht. Aber sicher ist, dass ich in 3 Jahren mein Diplom Kaufmann E- oder M-Profil in der Tasche habe. 

Stellensuchenden Personen im Netzwerk Grenchen empfehle ich, sich nach einer Ab-sage nicht entmutigen zu lassen, dran zu bleiben, denn irgendwann geht irgendwo eine Tür auf! Bei mir hat es auch fast vier Jahre gedauert, um an mein Ziel zu kommen.”

Newsletter August 2020 - Menschen

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Carmelia Fontaine, Leiterin Junge Erwachsene und Abklärungen, stellt sich vor...

Die leidenschaftliche Kitesurferin tanzte und surfte in den letzten drei Jahren durch Lateinamerika, wobei sie portugiesisch wie auch spanisch lernte. Während-dessen arbeitete Carmelia seit drei Jahren temporär im Netzwerk Grenchen im Bereich der Arbeitsintegration. Nun setzt sie sich als Leiterin des Programms 18-25 für junge Erwachsene ein, um gemeinsam mit ihnen ihre Zukunft zu verwirk-lichen. Zudem ist sie auch für die Abteilung Abklärung zuständig.

Wie hast du dich in dem neuen Bereich eingelebt und wie hast du als Leiterin gestartet?

Durch die Reorganisation und die vielen Entscheidungen, welche in meinen ersten Wochen - auch bezüglich des Programms - getroffen wurden, war der Start heraus-fordernd. Da ich aber schon seit 3 Jahren immer wieder im Netzwerk Grenchen gearbeitet habe und mich hier auskenne, fiel mir der Start um einiges leichter. Die Kreativität und Dynamik im Team habe ich in dieser Anfangszeit sehr geschätzt.

 

Was ist dir beim neuen Programm mit den jungen Erwachsenen besonders wichtig?

Es ist mir wichtig, dass der Fokus auf den jungen Erwachsenen liegt. Da wir nun den praktischen und den Coaching-Teil sozusagen verschmelzen, können wir gemeinsam mit den jungen Erwachsenen konkreter und gezielter ihren Einsatz steuern. Des Weiteren finde ich klare Strukturen und Vorgaben äusserst wichtig. Wenn wir Rollen-vorbilder sein möchten, die Orientierung bieten, müssen wir als Team eng und gut zusammenarbeiten und unsere Stärken einsetzen. Jede*r soll und darf machen, was er*sie gut und vor allem gerne macht, soweit dies möglich ist.

Welche Chancen siehst du im neuen Programm?

Im neuen Programm können sich die jungen Erwachsenen gegenseitig motivieren und sich unterstützen und bewegen sich mit ihren Peers. Des Weiteren ist der Übergang in die Arbeitswelt durch unser Phasenmodell fliessender. Neu bieten wir bewusst ein weiteres Modul an; mit «Netzwerk bewegt» können die jungen Erwachsenen einen halben Tag alle 2 Wochen über Bewegung und Sport erweiterte Lernerfahrungen machen.

Newsletter Juli 2020 - Menschen

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Blick nach vorne. Mit wertvollen Ratschlägen und schulischer Unterstützung 

werden Lösungen erschaffen. 

Martin Marolf, Programm Netzwerk 18-25, stellt sich vor.

 

«Mit einem frisch gebrauten Kaffee in der Hand starte ich meinen Morgen in meinen eigenen vier Wänden, um danach meiner Arbeit nachzugehen. Auch konnte ich mich vom Sozialamt ablösen. Das möchte und werde ich in fünf Jahren sagen können. Für dieses Ziel konnte ich schon viele Teilschritte im Netzwerk Grenchen meistern.

 

Für meine persönlichen und schulischen Probleme sah ich selbst keine Lösungen und konnte mich selber zu wenig motivieren, diese anzugehen.  

Durch die Unterstützung und Ratschläge meiner Fachfrau Arbeitsintegration und der Fachleiter*innen fand ich nun wieder meine Motivation und sehe Lösungen für meine Probleme. Sie hatten immer ein offenes Ohr für mich und halfen mir weiter mit Ratschlägen fürs Leben, für die Arbeit und auch für die Freizeit. Mittwochs repetierte ich den Schulstoff in den Bereichen Mathematik, Deutsch und Allgemeinbildung  und bin nun fit für die Berufsschule.  

Durch das Schnuppern als Unterhaltspraktiker konnte ich mich persönlich vorstellen und mich von meiner Glanzseite zeigen. So habe ich mein Praktikum und meine Lehre als Unterhaltspraktiker in Brügg erhalten. Deswegen empfehle ich Stellensuchenden Schnuppereinsätze zu absolvieren, da durch den persönlichen Kontakt die Arbeitgeber sich ein besseres Bild von einer Person machen können.  

Aus Problemen wurden Lösungen. Durch die Unterstützung des Netzwerks Grenchen  kann ich voller Stolz mein Praktikum und meine Lehre beginnen.» 

Newsletter Mai 2020 - Menschen

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Cristina Gerber, Leiterin Kaufmännische Praxisfirma Progressio stellt sich vor....

Die Progressio ist seit Februar unter einer neuen Leitung. Wir haben der offenen, dynamischen und reisefreudigen Leiterin, Cristina Gerber, drei Fragen gestellt. Sie hat Erfahrung in fünf verschiedenen Branchen unter anderem Logistik und Bildung.  

Herzlich willkommen, Cristina. Kurz nach deinem Start im Netzwerk spürten wir die Konsequenzen der Corona-Krise. Dies ist ein aussergewöhnlicher Arbeitsbeginn an einem neuen Arbeitsplatz. Wie hast du diese Situation empfunden? 

Durch meine vorherige Tätigkeit als Projektleiterin eines Digitalisierungsprojekts bei der Post bin ich mir Veränderungen und ein schnelllebiges Umfeld gewöhnt.    Jedoch war der Start bei der Progressio definitiv nicht leicht, da im zweiten Monat meiner Einführungszeit die typische Alltagsstruktur durch den Lockdown völlig  wegfiel. Ich bin ein sehr positiver Mensch und versuche immer die Chancen in einer herausfordernden Situation zu erkennen. Dies haben wir auch in der Progressio entsprechend umgesetzt und nutzten die Zeit, um die Organisation weiterzuent-wickeln und an Themen zu arbeiten, für welche die Ressourcen bei normalem Betrieb fehlen.  

 

Was ist dir als Leiterin der Progressio wichtig? 

Für mich ist der schönste Moment, wenn jemand eine Stelle findet und mit viel Freude und gut gerüstet die Progressio verlässt. Dies hinterlässt eine gute Stimmung und Zuversicht bei den temporären Mitarbeitenden. Für mich geht es um die Schaffung von positiven Erlebnissen und den dadurch entstehenden Spirit. Auch in Zukunft wollen wir die temporären Mitarbeitenden professionell auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten, sie motivieren und zu persönlichen Höchstleistungen anspornen. Gemeinsam mit den relevanten Interessensgruppen möchte ich das Programm der kaufmännischen Praxisfirma zukunftsorientiert und mutig gestalten, in dem wir neue Ideen testen, daraus lernen und so das Programm kontinuierlich weiterentwickeln. Dabei ist mir wichtig, dass wir den Kunden – die temporären Mitarbeitenden – mit ihren Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellen.  

 

Ihr habt die Lockdown-Zeit genutzt, um die Progressio weiterzuentwickeln und parallel das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) unterstützt. Wie habt ihr diese Zeit erlebt? 

Ich finde es eine tolle Chance, dass wir das AWA unterstützen durften. Es gab uns die Möglichkeit in der Corona-Zeit sinnvolle Arbeit zu leisten. Als wir die hohen Stapel von Kurzarbeitsgesuchen vor Ort sahen, wurde uns die Notwendigkeit unserer Hilfe nochmals bewusster. Das ganze Progressio-Team half sehr gerne mit, wodurch der Teamzusammenhalt verstärkt wurde und die Solidarität im Mittelpunkt stand. Auch die engere Zusammenarbeit mit dem AWA empfanden wir als sehr berei-chernd.  

 

Vielen Dank für dieses interessante Gespräch, Cristina.